Vorwürfe der Piratenpartei

Zu unserem Artikel über die Marxloh-Mobilisierung bekamen wir folgenden Kommentar von der Piratenpartei Wesel:

„Piraten-Wesel 07. April 2010 um 18:20 Uhr
So sehr ich persönlich eure Aktion auch unterstütze…in Wesel seid ihr eindeutig zu weit gegangen:
Ihr schreibt, das ihr eure Plakate auf öffentlichen Flächen klebt. Tatsächlich wurden in ganz Wesel hautsächlich die frisch aufgehängten Piratenpartei-Plakate überklebt !!!
(die sind keineswegs öffentliches Eigentum, sondern schwer zusammengespartes Wahlkampfmaterial einer jungen, armen Partei)
Hey, wir sind auf eurer Seite ! Was soll der Scheiß?
Wir reißen uns den Arsch auf um endlich wieder echte Freiheit und Bürgerrechte ins Parlament zu bringen…und werden dabei ausgerechnet von euch sabotiert…*koppschüttel*
Ihr habt damit den aktiven Piraten Wesels- und somit auch ein Stück weit dem Kampf gegen Rechts – ein schönes Bein gestellt…saubere Arbeit, Jungs…echt toll gemacht… “

Dass diese Vorwürfe gegen uns ohne jedwede Argumentationsgrundlage und Beweise erhoben wurden, akzeptieren wir nicht; erst recht nicht in einem Ton, der jede Art konstruktiver Kritik zur Witznummer degradiert. Die Sprache im Kommentar zeigt, dass dieser augenscheinlich in einem emotionalen Moment verfasst wurde, weshalb wir die Vorwürfe als unsachlich werten und entschieden verurteilen. Ein sinnvoller, zielgerichteter Kontakt zwischen politischen Gruppierungen hat in unseren Augen
anders auszusehen, deshalb verfassten wir zu den Anschuldigungen folgende Stellungnahme:

„Hallo liebe weseler Piraten,
zunächst einmal finden wir es schön, dass ihr auf unsere Homepage aufmerksam geworden seid.

Zu euren Anschuldigungen:
Wir finden die Kontaktaufnahme begrenzt berechtigt. Dass wir Antifa Kreis Wesel heißen, bedeutet jedoch nicht, dass wir alle Aktivisten im Kreis Wesel, die sich Antifaschisten schimpfen in unserer Gruppe vereinen. Wir wissen allerdings, dass es Leute in Wesel und Umkreis gibt, die deutlich pragmatischer denken als wir. Ein Versuch mit diesen Leuten etwas auf die Beine zu stellen, scheiterte jedoch kläglich unter dem Namen „Antifaschistische Jugend Wesel“. Deshalb haben wir uns mit vernünftigen Antifaschisten über die Grenzen Wesels vernetzt, um eine konstruktive Arbeit leisten zu können. Zu dieser konstruktiven Arbeit zählen wir es auch auf öffentlichen Flächen über politische Aktionen und gesellschaftliche Missstände aufzuklären. Vom plakatieren auf „Privateigentum“, wie es eure Plakate darstellen, möchten wir uns jedoch erneut (s. Homepage) distanzieren.

Eine Zusammenarbeit mit der Piratenpartei möchten wir jedoch nicht von vornherein ausschließen! Sicherlich hängt diese von den einzelnen Themen ab, doch ließe sich über Streitpunkte ja diskutieren. Wir hoffen, keinen Partner im Kampf gegen den Faschismus verloren zu haben. Wir distanzieren uns erneut von der Aktion Plakate auf Werbetafeln der Piratenpartei geklebt zu haben und verbleiben

mit antifaschistischen Grüßen

Antifaschistische Aktion Kreis Wesel“